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Chronik Teil 032: 1931

 

Seite 045

Seite 045-1931

 

Artikel Volkswacht:

GROSS – BIELEFELD

Nr. 144-Seite 6                                  Volkswacht                            Mittwoch, 24 Juni   1931

Feierstunde des Deutschen Freidenker-Verbandes

Freidenker auf dem Rütli.

20 Jahre Kulturarbeit in   Bielefeld – Sonnenwendfeier in nächtlicher
Stunde – Sehr guter Besuch der festlichen Veranstaltung am Sonnabend.

Bielefeld, 24. Juni

Wieder einmal erwartete man auf dem Rütli Gäste. Zu Fuß   und per Achse kamen sie an. Langsam füllte sich der geschmückte Saal. Heute   galt es, den 20. Geburtstag der Ortsgruppe Bielefeld des Deutschen   Freidenker-Verbandes festlich zu begehen. Die von K. Felsner geleitete   Zupfgeigen-Vereinigung Niedersachsen eröffnete das Programm und umrahmte die   Feier. Der Gemischte Chor Bielefeld unter Stabführung Erich Schuleits gab   sein Bestes und trug viel zum Gelingen bei. Turnerinnen und Turner von der   Freien Turn- und Sportvereinigung Union gaben dem Fest mit einen   proletarischen Charakter.
Ein bitterer Wermutstropfen fiel durch die Absage des Genossen Reinke in den   Freudenbecher. Genosse Stöcker ergriff das Wort zur Festrede. Das   Proletariat, so führte er aus, gleicht dem an den Felsen geschmiedeten   Prometheus. Die befreiende Kraft können aber nur wir selbst sein. In diesem   Sinne arbeiteten auch die Gründer der Ortsgruppe. Steinchen für Steinchen   trugen sie in mühsamer Arbeit zusammen. Von allen Seiten stark gehemmt,   schufen sie das Fundament, auf dem heute, trotz Notverordnung, rüstig   weitergebaut wird. Scharf wandte sich der Redner gegen den Kirchenvertrag,   den Vertrag der ev. Kirche mit dem preußischen Staat. In einer Zeit, wo die   arbeitende Klasse immer stärker durch Sparmaßnahmen getroffen wird,
Kriegs- und Altersrenten stark beschnitten, ja durch   Lehrerabbau selbst die Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden, erhält die   Kirche von dem armen Staat Millionen.Wir können nicht, wie es in dem biblischen Märchen so   schön heißt, die Mauern von Jericho durch Trompetenstöße umlegen, aber wir   wissen, dass die unermüdliche Kleinarbeit unserer Funktionäre uns vorwärts   und aufwärts führt. Genosse Stöcker forderte alle Anwesenden auf, mit ihm   einzustimmen in ein Hoch auf den Deutschen Freidenker-Verband. Dieses Hoch   aber soll allen ein Rütlischwur sein, Kämpfer zu werben für den DFV., für die   weltliche Schule und für den Sozialismus. Mit dem Liede „Brüder, zur   Sonne, zur Freiheit“, gesungen vom Gemischten Chor, klang die Feier im   Saale aus.Nun strömte alles hinaus, um dem Abbrennen des Feuers   beizuwohnen. Turnerinnen und Turner schwangen die Fackeln nach den Klängen   der Musik und entzündeten mit ihnen den Holzstoß. Am lodernden   Sonnenwendfeuer hielt Genosse Schmitt eine kurze und kernige Feuerrede. Im   Geisteskampf gegen die Kulturreaktion soll uns das Feuer ein Symbol sein,   soll uns leuchten im Kampfe für die Einheit und bessere Zukunft der   arbeitenden Klasse. Die Musik setzte ein. „Schmückt mit der blutroten   Fahne die siegreiche Arbeiterwelt“, hallte es als Ausklang durch die   Nacht.

em.

Bild links: unbekannt

Bild rechts: unbekannt

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